Die Geschichte des Brautkleides

Die Farbe Weiß gilt als Symbol der Unschuld, der Reinheit und der Jungfräulichkeit. Heute ist das Brautkleid meistens weiß, doch die Brautmode war nicht immer so.

Auch wenn die meisten Bräute hier in Sachsen, ob in Leipzig, Chemnitz, Zwickau, Dresden oder anderen Städten, ganz in Weiß heiraten, hat das Brautkleid doch eine lange, wechselhafte Geschichte. Die Brautmode verdeutlichte lange Zeit die soziale Herkunft der Braut und bereits die alten Römer hatte schon eigens für den Hochzeitstag angefertigte Braut-Accessoires.

Brautmode zu Zeiten der Römer

Im alten Rom trugen die Bräute vor über zweitausend Jahren an ihrem Hochzeitstag eine Tunika als Brautkleid. Das war ein waden- oder knöchellanges Hemdgewand ohne waagerechte Taillennaht, das in kürzerer Form auch von den Männern getragen wurde. Um die Taille trug die Frau als Brautschmuck einen Holzgürtel mit einem doppelten Knoten, dem sogenannten Knoten des Hercules. Man trug zum Brautkleid noch eine gelbe Stola über der Tunika und einen gelben Schleier sowie gelbe Sandaletten. Nach der Hochzeit mussten sich die Gäste zurückziehen und der Bräutigam durfte den Hercules-Knoten vom Brautkleid lösen.

Im Mittelalter ging’s prunkvoll zu – Brautmode bei Hofe

Die Brautmode hatte zu jener Zeit eine große gesellschaftliche Bedeutung, denn die Familie zeigte durch das Brautkleid ihren Reichtum, ihre Macht und ihre Stellung. In den oberen Gesellschaftsschichten wurde auch oftmals das Familienwappen mit in das Brautkleid eingearbeitet. Reich verzierte Stoffe aus Gold- oder Silberbrokat mit Stickereien versehen oder mit Halbedelsteinen besetzt, wurden für die Hochzeitskleider verwendet. Die Brautmode war nicht weiß, sondern in Rot-, Grün- oder Blautönen gehalten. Vor allem am Hofe trug man mantelartige Obergewänder. Ab 1475 erhielt das Mieder ein tiefes, spitzes Dekolleté mit einem Brusteinsatz sowie einen runden Rückenausschnitt. In der Zeit der Renaissance erhielten die Brautkleider ein sehr offenherziges Dekolletè, und die Taille saß ziemlich tief, das Mieder wurde vorne ganz geöffnet und geschnürt.

Brautkleid in Schwarz – spanischer Einfluss

Durch den Einfluss des spanischen Hofes kamen Ende des 16. Jahrhunderts dunkle Kleider in Mode und das Brautkleid bestand nun aus einer schwarzen Robe mit langer Schleppe und Spitzenüberwürfen. Meistens trug man dazu noch bestickte und mit Bändern verzierte Schürzen. Auch das Bürgertum trug damals Schwarz. Denn ein schwarzes Kleid konnte man auch noch nach der Hochzeit zu einem Festtag tragen und außerdem ließ es sich leicht reinigen. Die sozial Schwächeren und die Landbevölkerung dagegen hatten keine spezielle Brautmode, sie trugen am Hochzeitstag Kirchgangskleidung oder festliche Trachten.

Ganz in Weiß – Brautmode im 19. Jahrhundert

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts sah man nur vereinzelt ein weißes Brautkleid, weiße Brautmode wurde auch nur vom Bürgertum oder am Hofe getragen. Aber Anfang des 19. Jahrhunderts breitete sich der Brauch, ein weißes Brautkleid zu tragen, von den Fürstenhöfen aus und durchdrang langsam alle Bevölkerungsschichten. Das weiße Brautkleid war nun nicht mehr länger nur den oberen Bevölkerungsschichten vorbehalten. Die Braut trug damals ein enges Oberteil und eine schlanke, vom Korsett geformte Taille. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde es für jedes ehrbare Mädchen schicklich, in der Farbe der Unschuld und Reinheit vor den Traualtar zu treten. Allerdings hielt man auf dem Land noch lange am schwarzen Brautkleid fest, da es praktischer war.

Das Brautkleid heute

Zur Zeit des Charleston – Anfang der 20er Jahre – wurden die Brautkleider immer kürzer und waren schmal geschnitten. Nach dem 2. Weltkrieg änderte sich die Brautmode wieder. Damals trug die Braut ein langes, weites Kleid. Als in den 50er Jahren der Petticoat in Mode kam, wurden die Hochzeitskleider mit weit schwingenden Röcken versehen. In den 60ern wurde das Brautkleid wieder kürzer und frecher und in den 80ern liebte man eher romantische Brautmode. Heute sind der Brautmode keine Grenzen gesetzt, die Braut kann tragen, was ihr gefällt, es gibt viele verschiedene Stilrichtungen. Bis auf einige Ausnahmen wird heute aber weitestgehend in einem weißen Brautkleid der Bund fürs Leben geschlossen. Dazu haben Hochzeitsausstatter in Sachsens Städten wie Leipzig, Dresden oder Chemnitz /Zwickau ein riesiges Angebot, aus dem jede Braut ihre ganz persönliche Brautmode zusammenstellen kann.

© Brautkleid und Brautmode in Dresden, Leipzig, Chemnitz und Zwickau

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